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Floating Boot Hufschuh
Test: Manuela Niemann, Hufpflegerin BESW
Text und Fotos: Manuela Niemann und Dr. Alexander Wurthmann
Redaktion:Dr. Alexander Wurthmann
Was für eine Ankündigung: „Floating Boot“! Man spürt förmlich wie er um den Huf fließt, leicht ist und wenig einschränkt. Wie das Pferd quasi über den Boden fließt. Genial! Und so deutet der Name schon an, daß dieser neue Hufschuh dem Trend zum weichen anpassungsfähigen Hufschuh folgt. Erst vor kurzem hatte uns der Jogging Shoe ein fast nicht zu übertreffendes Extrem an Flexibilität vorgeführt. Mit zunächst zwiespältigem Resultat. So sind wir also sehr gespannt, wie sich dieser Floating Boot spanischen Ursprungs bewährt. Entstanden ist er wohl aus einem Klebeschuh, der erfolgreich im Distanzsport eingesetzt wurde und dort bis zu 125 km klaglos durchhalten soll. Daraus entwickelte man dann den vorliegenden Hufschuh.

Produktbeschreibung
Der Floating Boot besteht zunächst aus einer konventionellen, hinten geöffneten Hufschale, wie wir sie von vielen anderen Hufschuhen schon kennen. Besagtem Klebeschuh. Daran wurde hinten eine Gamasche angebaut – in Fachkreise oft auch als Gaiter bezeichnet. Sie wird auf dem Boden der Hufschale angeklebt und an den Außenseiten der Schale etwa auf der Höhe der weitesten Stelle befestigt.
Die beiden vorderen Enden der Gamasche laufen in Riemen aus, die an der Vorderseite der Hufschale über Kreuz geführt
und auf der Hufschale befestigt werden.
Die Riemen werden in Schrumpfschläuchen geführt, wodurch die darunter liegenden Befestigungselemente geschützt werden.
Die Sohle ist profiliert und nicht geschlossen. Sie weist im Strahlbereich eine stärker durchbrochene strahlförmige Struktur auf, die die horizontale Beweglichkeit im Trachtenbereich erleichtern soll.
Der Floating Boot ist in verschiedenen Formen für Vorder- und Hinterhufe sowie in jeweils drei Größen erhältlich. Diese sind eher für kleine bis mittlere Pferde geeignet und decken Hufbreiten von 114 bis 140 mm für vorne und 106 bis 122mm für hinten sowie Huflängen von 128 bis 145 mm für vorne und 126 bis 143 mm für hinten ab. Kleidsames Schwarz ist die Standardfarbe.

Wie schon beim Renegade und anderen Hufschuhen läßt sich die Hufschale separat ordern und als Klebeschuh verwenden.
Anpassung
Die richtige Größe des Floating Boot wird mit einem sogenannten fit-kit ermittelt. Dieser besteht aus sechs transparenten Hufschalen.
Wie man sieht, fehlt hier zur Größenermittlung die Gamasche. Dies führt offenbar zu Proble-men. Die Gamasche trägt an der Sohle auf und damit muß oft eine größere Größe gewählt werden, als man laut Fit-Kit nehmen sollte.

Laut Händler läßt sich die Hufschale durch Erwärmen in geringem Maße anpassen. Die Huf-schale soll man sogar mehrmals verformen können. Wir möchten hier zu etwas Vorsicht raten. Wer sich mit so etwas nicht auskennt, kann leicht Fehler begehen und dann das Material schädigen. Was das für die Haltbarkeit des Schuhs bedeuten kann, ist leicht vorstellbar. Auch das Anpassen der Hufschale an den Huf ohne die Gamasche ist mit Vorsicht zu genießen. Die Gamasche trägt etwas auf. Wenn sie nach erfolgter Anpassung der Hufschale wieder eingesetzt werden soll, kann das schwierig werden. Anpassen mit dem Heißluftföhn bei eingelegter Sohle könnte wiederum die Gummigamasche schädigen. In jedem Fall: Nichts für Laien.

Ein Tipp für eine weitere Anpassungsmöglichkeit kommt von Hersteller. Die Gamasche ist von außen an der Hufschale befestigt. Durch Befestigung einer oder beider Seiten auf der Innenseite kann man den Floating Boot an Pferde mit engen Trachten anpassen.

Die Länge der Riemen läßt sich über das gezielte Anbringen der Befestigungslöcher auf dem Riemen anpassen.
Wie andere Hufschuhe auch, kann der Floating Boot mit Spikes und sogar Stollen auf gröbere Aufgaben im Haftbereich vorbereitet werden.

Alle Schrauben, Clips und so weiter sind einzeln als Ersatzteil erhältlich. Sogar in verschiede-nen Farben. Wem also Schwarz zu trist ist, kann den transparenten Hufschuh verbauen oder bunte Clips. Sogar einen mit den spanischen Nationalfarben. Bei so einem wichtigen Hufschuhmarkt wie Deutschland bestimmt sogar bald die deutschen. Die Farben wären ja sogar schon im Regal. Alles, bloß bitte kein ROSA!!!
Anziehen
Das Anziehen des Floating Boot ist denkbar einfach. Schuh öffnen, Huf aufheben
Huf in die Hufschale einführen
abstellen und beide Riemen befestigen

Testbetrieb
Den Test führte Manuela Niemann, geprüfte Hufpflegerin BESW und Hufschuh-Specialist BESW, durch. Getestet wurden die Floating Boots an den Vorderhufen von Harka, einer 28-jährigen Islandstute. Sie ist 5-Gänger wird jedoch auch 4-gängig geritten und 3-gängig gefahren.

Die Hufe sind zehenweit und bodenweit, haben hohe Trachten und weisen einen Hufwinkel von 54° auf.
Harka sollte vorne Hufschuhe bekommen. Sie hat aufgrund ihrer Fehlstellung keine schönen runden Vorderhufe, sondern eher ovale. Getestet wurde daher der Schuh für die Hinterhufe an den Vorderhufen.
Testergebnisse
Trotz hoher Trachten und starker Fehlstellung sitzt der Schuh im Stand sehr gut, ohne dass er mit dem Heissluftföhn angepasst werden mußte. Die Aussage des Herstellers, daß er beson-ders für Hufe mit niedrigen Trachten geeignet ist, bedeutet also nicht, daß er für hohe Trachten ungeeignet ist.
Erster Ausritt: 1,5 Stunden im Schritt. Das Pferd lief frei und bergab ohne zu stolpern (was mit anderen Schuhen schon mal vorkam). Sie trat gut auf, die Sohle ist rutschfest und gibt auch auf grobem Schotter sicheren Halt.

Am Ende des ersten Testtages ging es noch ein paar Meter auf Schotter im gestreckten Galopp bergauf. Der Floating Boot sitzt bombenfest und dreht nicht. Beim Ausziehen fanden sich keinerlei Scheuerstellen, Wenngleich wobei die Stute generell nicht sehr empfindlich ist.

Zweiter Teststag: 2 Stunden Ausritt in vier Gangarten (Schritt, Trab, Tölt und Galopp). Das Pferd läuft besser als mit dem Easyboot Epic, den sie bisher vorne getragen hat. Tölt war sehr schön, Galopp sehr flott. Keinerlei stolpern oder rutschen. Auf Asphalt guter Gripp ohne zu bremsen. Fazit für den Tag: Schuh ist sehr gut!
Dritter Testtag: 45 Minuten Sulky fahren mit dem Floating Boot. Pferd lief wieder sehr gut, der Schuh hat im Trab super gehalten und ist auch im gestreckten Galopp bergauf sehr gut! Von hinten konnte man schön sehen, wie gut das Pferd mit dem Schuh auffußt. Das Auffußen des Hufes ist schön gedämpft.

Fazit nach dem dritten Tag: Der Schuh bewährt sich sehr gut. Vorteile sind vor allem die flexible Sohle, die trotzdem guten Gripp und ein gutes Profil bietet. Der Schuh lässt sich sehr leicht an- und ausziehen und scheint sehr robust zu sein. Auch erscheint es mir, als gäbe es nicht viele Teile, die anfällig für Defekte sind.
Kosten
Ab ca. 190 € das Paar incl. MwSt.
Fazit
Der Floating Boot ist sehr flexibel und läßt sich sehr gut anpassen. Damit ist er für regelmäßi-ge und unregelmäßige Hufe gleichermaßen gut geeignet. Die Gamasche wirkt durch ihre Befestigung am Boden der Hufschale als zusätzliche Polsterung und trägt zur Rutschfestigkeit des Schuhs gegen den Huf bei. Das Sohlenprofil trägt ein Übriges zur Rutschfestigkeit bei. Bei einem nicht ganz passenden Schuh ist abzuwägen, ob möglicherweise aufwändiges – und damit teures - Anpassen des Floating Boot teurer wird als die Verwendung eines Hufschuhs einer anderen Marke. Die Vielzahl der Ersatzteile spricht weiterhin für den Floating Boot. Er ist einer der besten am Markt.
Hersteller
An dieser Stelle würden wir Ihnen gerne etwas über den Hersteller des Floating Boot sagen. Wann immer man bei einer der gängigen Suchmaschinen Floating Boot eingibt, landet man jedoch auf der website eines deutschen Händlers. Sogar, wenn man die spanische webadresse bootsforhorses.es eingibt landet man auf der deutschen Seite. Noch NSA-mäßiger aber: Der spanische Hersteller in Nava in Asturien hat offenbar seinen ursprünglichen Firmennamen in Shoe Floating SL umbenannt. Nur um nicht gefunden zu werden? Hat man etwas zu verbergen? Ist es etwa Zeit für den Start von Hufe-Leaks?

Ich glaube, da steckt etwas anders hinter. Was ein exklusiver Status als Distributor für ein be-stimmtes Gebiet nützt, konnte man schon bei einem anderen Produkt sehen, das man dann auch innerhalb kurzer Zeit bei allen möglichen anderen Händlern kaufen konnte. Mit den ent-sprechenden Folgen für den Marktpreis. Und so wird wohl versucht, den Kontakt zum Hersteller zu erschweren.

Schade eigentlich. Wir wüßten gerne mehr über die beiden Männer hinter dem Floating Boot: Otilio González und Florentino Pereira. Aber auch aus Sicht des Händlers verständlich. Schuld daran sind die Heuschrecken unter den Hufschuh-Käufern, die wegen eines um wenige Euro niedrigeren Preises weite Strecken bis zu einem Autobahnparkplatz fahren und dort die UNGLAUBLICH VIEL billigeren Hufschuhe aus dem Kofferraum eines nebulösen Händlers kaufen. Aber ich glaube, dieses Thema ist den meisten ohnehin egal.

Kontakt zur Autorin

Bezugsquellen

Andreas Strohm Hufbeschlagartikel, Ikarusstr. 26, 40474 Düsseldorf
Tel. 0211/650408/0, Fax 0211/650408/77
www.strohm.de
HufCheck Bernd Jung, Von-Palm-Str. 102, D-74523 Schwaebisch Hall
0791/978204-53 Beratung
0681/41099684 Bestellung
Fax: 0681/41099689
www.hufcheck.de
Alle Rechte, auch der Übersetzung in fremde Sprachen liegen bei der BESW Hufakademie. Kein Teil der Publikation darf ohne schriftliche Genehmigung der BESW Hufakademie in irgendeiner Form – durch Photokopie, Mikroverfilmung oder irgend ein anderes Verfahren – reproduziert oder in eine von Maschinen, insbesondere von Datenverarbeitungsmaschinen, verwendbare Sprache übertragen werde, das gilt auch für jedwede digitale Verarbeitung oder Verwendung in Datennetzen.

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